In den 60er-, 70er- und 80er-Jahren arbeiten sowohl in der DDR als
auch in der BRD zahlreiche Künstler*innen aus dem Ausland. Im Rahmen von
Stipendien und bilateralen Kulturabkommen kommen sie während des Kalten
Krieges zusammen mit Arbeitsmigrant*innen, Exilant*innen und
Geflüchteten in das geteilte Deutschland, um an ihrer Kunst
weiterzuarbeiten und sich mit anderen Künstler*innen zusammenzuschließen
und auszutauschen. Manche sind Arbeitsmigrant*innen und werden erst
später künstlerisch tätig.
Erinnerungen an Menschen und Landschaften, Farben und Formen sowie an
Bildtraditionen finden Eingang in ihre Arbeiten. Flucht und das Leben im
Exil, das zu ihrer neuen Heimat wird, politische Begebenheiten und auch
der Arbeits- und Wohnalltag werden zu ihren neuen Bildthemen.
Infolge struktureller Ausgrenzungen an die Ränder des
institutionalisierten Kunstbetriebs gedrängt, erweitern die
Künstler*innen dennoch die Kunstdiskurse in den beiden
postnationalsozialistischen Deutschlands entscheidend. So eröffnen sie
die Möglichkeit, anderes zu sehen und damit anders zu sehen.
Die Ausstellung There is no there there bezeugt den Reichtum
dieses künstlerischen Schaffens und die transformative Kraft, die
Kunstwerke freisetzen können. Während das Hinterlassene sich
unwillkürlich verändert, verändern die Künstler*innen unmittelbar das
Gegenwärtige.
Künstler:innen: Abed Abdi, Alexis Akrithakis, Gülden Artun, Akbar Behkalam, Cecilia Boisier, Vlassis Caniaris, Rimer Cardillo, Teresa Casanueva, Ali Rıza Ceylan, Santos Chávez, Guillermo Deisler, Grazia Eminente, Eulàlia Grau, Getachew Yossef Hagoss, Azade Köker, MARWAN, César Olhagaray, Jannis Psychopedis, Núria Quevedo, Sohrab Shahid Saless, Manuela Sambo, Navina Sundaram, Dito Tembe, Rıza Topal, Drago Trumbetaš, Chetna Vora, Hanefi Yeter, Serpil Yeter, Hamid Zénati, Želimir Žilnik
Kuratiert von Gürsoy Doğtaş und Susanne Pfeffer